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Vorschau auf die 100km-DM am 10. März 2018 in Rheine

Dieses Jahr wird der Meisterschaftsreigen in den Ultradisziplinen gleich mit der oft als Königsdisziplin betitelten 100km-DM eröffnet. Rheine ist der Austragungsort – auf einer ganz anderen Strecke als vorherige DMs in dieser Stadt im Nordwesten Nordrhein-Westfalens, nämlich in der Tradition der von Christian Pflüger veranstalteten Münsteraner 6h-Läufe wieder auf einem (ehemaligen) Kasernengelände.
Der frühe Termin hat wohl dazu beigetragen, dass sich kaum ein Teilnehmer optimal vorbereitet fühlt. Auch wegen der Grippe- und Erkältungswelle in den letzten Wochen wird so manche(r) Abstriche an die Zielvorstellungen machen oder sogar komplett auf den Start verzichten müssen. Aber trotz allem ist bisher ein ausgezeichnetes und großes Starterfeld angekündigt. Für einige der Spitzenathletinnen und –athleten geht es nicht nur um Meisterschaftsehren (oder Bundesliga-Punkte), sondern auch um eine Qualifikation bzw. Verbesserung der Nominierungschancen für die 100km-WM, die Anfang September in Kroatien stattfinden wird. Ein ausreichender Abstand zwischen diesen beiden Läufen war der Hauptgrund für diesen frühen DM-Termin.

Bei den Frauen will Titelverteidigerin Nele Alder-Baerens (Ultrasportclub Marburg), die mit ihrer Zeit aus 2017 bereits zur WM qualifiziert ist, den Titel-Hattrick nach Leipzig 2016 und Berlin 2017 schaffen. Sie ist wieder klare Favoritin, aber Favoritensiege sind im Sport keine Selbstläufer, wie wir es jüngst bei der Winterolympiade einige Male erlebt haben.

Bei den Männern wird dagegen auf jeden Fall ein neuer Deutscher Meister gekürt, es sei denn, dass sich noch ein Altmeister nachmeldet. In der Startliste findet man mit Alexander Dautel und Benjamin Brade (beide LG Nord Berlin) sowie Jan-Hendrik Hans (MTV Aurich) und Tobias Hegmann (TSG Kleinostheim) vier Leute, die es in den vergangenen 5 Jahren immerhin schon auf’s DM-Podium geschafft haben. Das Rennen der Männer verspricht sehr interessant zu werden, denn mit Gerrit Wegener (Die Laufpartner), Christoph Lux (TG Viktoria Augsburg) und Thomas Klingenberger (LG Ultralauf) sind 3 weitere aktuelle Nationalkaderathleten am Start. Sehr gespannt sein darf man auf die Debüts von Marco Bscheidl (LG Passau), der 2016 bei der 50km-WM Mitglied des deutschen Bronzeteams war, und von Max Kirschbaum (LG Ohmbachsee), der bisher vor allem auf den Trailstrecken sehr gut unterwegs ist. Weitere Kandidaten für Top-Platzierungen sind Volker Greis (LG Ultralauf) und Christian Jakob (SV Schwindegg) und vielleicht auch Thore Göbel (LSG Schwarzwaldmarathon), der als jüngster Teilnehmer seinem Vater und erfolgreichen Spartathleten Dietmar Göbel vielleicht schon dieses Jahr die Hacken zeigen wird. Also mehr als 10 bekannte Namen für die Top-Platzierungen bei den Männern, und vielleicht kommt ja wieder ein völlig Unbekannter daher.

Völlig unbekannt war Susanne Kraus (PSV Grün-Weiss Kassel) 2016 Dritte der 100km-DM geworden. Sie gehört wie Branka Hajek (LAZ Ludwigsburg), die nach ihrem Titel 2008 in den Folgejahren 5 x DM-Silber über 100km holte, unbedingt zu den Medaillenkandidatinnen. Hier muss man aus der Startliste auch die Vorjahresdritte Sandra Fätsch (TSV 1886 Kandel) sowie Simone Durry (TG Neuss) erwähnen, die sich zwar etwas mehr auf die längeren Strecken wie 24h verlegt hat, aber sicher nicht ohne Ambitionen an den Start gehen wird. Verletzungsbedingt wird dagegen Natascha Bischoff (LSG Karlsruhe) wohl nicht starten. Eine interessante 100km-Novizin ist Manishe Sina (LG Seligenstadt), die bisher uns Ultras durch ihre guten 50km- und Trail-Ergebnisse bekannt ist (u.a. war sie Deutsche Meisterin im Ultratrail 2016). In die Top-Platzierungen werden auch Patricia Rolle (LG Nord Berlin) und Anke Libuda (BSG Springorum Bochum) laufen können, wobei Anke die 100km-DM als Aufgalopp für den Start ins Spezialtraining zur 24h-EM Ende Mai mitnimmt.

Aus dem 24h-EM-Team stehen auch noch der amtierende Deutsche Meister Marcel Leuze (Turnerbund Hamburg Eilbeck), Stu Thoms (LG Nord Berlin) und Maic Seegel (TSG 78 Heidelberg) in der Startliste – sie wollen in Rheine alle ihren sogenannten aktuellen Leistungsnachweis für die endgültige Nominierung erbringen. Interessant, wie sie sich einbremsen oder evtl. doch noch weiter vorne mitmischen werden…

Und eine Ultra-DM wäre keine Ultra-Veranstaltung, wenn nicht auch sehr gute Bekannte in den Altersklassen oder diversen Teamwertungen um Plätze und Medaillen kämpfen würden. Nach der Eiseskälte der letzten 2 Wochen können wir auf etwas mildere Temperaturen hoffen – sicher können wir sein, dass diese 31. Auflage einer 100km-DM spannenden Sport bieten wird, und fast sicher können wir sein, dass es 2018 nach einem quantitativen und qualitativen Dämpfer bei der Anzahl der Finisher und der Leistungsdichte wieder nach oben gehen wird.

Dr. Norbert Madry

 

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